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Das Kirchgebäude

Die Petrikirche steht unweit des Obermarktes der Bergstadt Freiberg. Die Kirche bestimmt durch ihre erhöhte Lage und mit der reich abgestuften, barocken Haube des Westturms, die in einer langen Spitze endet, die Silhouette der Stadt. Der südliche, mit einem Satteldach abgeschlossene Turm heißt „Fauler Turm“, ein sehr bildlicher Ausdruck, da dieser sich in der Höhe nicht mit seinem Nachbarn messen kann. Die unteren Geschosse zeigen romanische Gliederungselemente wie Lisenen, die sich um die Kanten der Mauer legen, und einen Kreuzbogenfries. Besonders interessant ist die Verwendung von Ziegelsteinen für die Ornamente, die Mauerstreifen sind mit Bruchstein vermischt.
Nach unten auf dieser Seite:
zu den Auslageblättern in der Offenen Kirche,
zur Beschreibung des Innenraumes der Petrikirche,
zum Manuskript zum Vortrag anläßlich der 275. Kirchweihe am 05.07.2009 von Pfarrer i.R. Dietmar Beuchel,
zu einigen technischen Angaben zur Petrikirche,
zum sogenannten „Schmelzeraltar“,
zu den Arbeiten von Johann Christian Feige d. Ä.
Informationsblätter
Als Hilfe für Besucher der Offenen Petrikirche liegen Informationsblätter in Deutsch, Englisch, Esperanto, Französisch, Italienisch, Japanisch, Niederländisch, Norwegisch, Polnisch und Russisch aus, weitere Sprachen sind in Vorbereitung.
Informationsblatt „Deutsch“, PDF-Version,
Informationsblatt „Englisch“, PDF-Version,
Informationsblatt „Esperanto“, PDF-Version,
Informationsblatt „Französisch“, PDF-Version,
Informationsblatt „Italienisch“, PDF-Version,
Informationsblatt „Japanisch“, PDF-Version,
Informationsblatt „Niederländisch“, PDF-Version,
Informationsblatt „Norwegisch“ (Bokmål), PDF-Version,
Informationsblatt „Polnisch“, PDF-Version,
Informationsblatt „Russisch“, PDF-Version.
Vielen Dank allen beteiligten Übersetzern und Korrektoren!
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Innenraum der Kirche
Innenraumpanorama:
Um die außergewöhnliche Gestaltung des Innenraumes zu zeigen, hier ein 360°-Panorama des Inneren der Petrikirche:

Als kleines Bild (0,6 MB),
als mittleres Bild (2,1 MB) oder
als großes Bild (8,1 MB).
Nordkapelle mit separatem Eingang
(ca. 30 Plätze)
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Ausstellungsraum
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großer Gemeinderaum
(ca. 30 Plätze, 20 mit Tischen)

Runder-Tisch-Raum
(ca. 10 Plätze)

Küche
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Kirchenschiff
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Christenlehreraum
(20 Plätze)

Jugendraum
(ca. 15 Plätze)

Kindergottesdienstraum
(ca. 12 Plätze)
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Innenraumumbau:
Hier ein kleiner Film in drei Varianten (in der Hoffnung, daß eine der Varianten auf jedem Rechner funktioniert), wie schnell es gehen kann, um das Kirchenschiff vom Gottesdienstgestühl zu Kaffeetafeln umzubauen:

Als GIF-Bild (21 MB),
als MPG-Film (6 MB) und
als AVI-Film (10 MB, DivX).
Kurzbeschreibung
Nach dem verheerendem Stadtbrand am 1. Mai 1728 wurden die gotischen Gewölbe und Pfeiler ersetzt, das architektonische Grundgerüst des Kirchenbaues blieb aber erhalten. Die hoch aufgesockelten, weit auseinanderstehenden Pfeiler – in der gotischen Kirche nötige Zwischenstützen setzte man im barocken Bau nicht mehr ein – erhielten auf jeder Seite eine Vorlage, von der die leicht spitzbogigen Gurte des Kreuzgratgewölbes ausgehen. Besonders prägnant ist dadurch der mehrfach abgetreppte und profilierte Kämpfer des Pfeilers ausgebildet. Eine eigentümliche Lösung sind die halben Gewölbe in den Seitenschiffen, die in ihrer Ausgestaltung in Analogie zu den Gewölben des Querhauses gesetzt sind. Über den Seitenschiffen werden sie schlicht halbiert, sie stoßen einfach an die Langhauswand und laufen ohne Abschluß aus.
Enge Fensterreihen an den Langhauswänden ermöglichen eine großzügige Belichtung des Kirchenschiffes. Der gotische Chor ist im Gegensatz dazu dunkler, Anbauten des 19. Jahrhunderts an den Flanken verhindern eine Durchlichtung. Im Süden ist die Sakristei untergebracht, während der nördliche Raum ehemals als Traukapelle benutzt wurde. Der Chor ist nicht wie viele Altarräume der Gotik in einem Polygon abgeschlossen, sondern schließt platt, ein eigentümliches Motiv, das häufig an den Klosterkirchen des Zisterzienserordens und der Bettelorden vorkommt.
Ab 1974 fand eine gründliche Umgestaltung der Petrikirche zum Gemeindezentrum statt.
Der Chorraum wurde dabei durch eine Glaswand, die die Funktion eines mittelalterlichen Lettners übernehmen soll, vom Langhaus abgetrennt und dient als Raum für Ausstellungen. Das Hauptschiff ist gleichzeitig Gottesdienst-, Fest- und großer Gemeinderaum. Die Seitenschiffe wurden ebenfalls durch Wände abgeschlossen, die man teilweise aus Glas gestaltete. Dahinter richteten wir Gemeinderäume ein, die von einem regen Gemeindeleben zeugen und von den Gemeindegliedern sehr in Anspruch genommen werden. Hier drückt sich sehr plastisch das Bild von der „Kirche in der Kirche“ aus. So ist auch für alle Gruppen in der Gemeinde ein Raum vorhanden, wie zum Beispiel ein Musikraum, ein Jugendzimmer und ein Christenlehreraum. Eine Küche und andere Gruppenräume runden das Bild ab.
Die beiden Gemälde im Kirchenschiff an der Wand zur Lutherhalle schuf Herr René Wand.
(Quelle: nach „Kunstführer“, siehe Impressum)
Manuskript zum Vortrag
anläßlich der 275. Kirchweihe am 05.07.2009 von Pfarrer i.R. Dietmar Beuchel
„Von der Kirche zum Gemeindezentrum“ oder
„Erinnerungen an meine pastorale Tätigkeit in Freiberg an St. Petri“
Am 01.09.1969 begann ich meinen Pfarrdienst an der Petrikirche in Freiberg. Dieser Beginn hat eine Vorgeschichte. Im Juni 1969 wurde der Bund der Ev. Kirchen in der DDR gegründet. Die Trennung von der EKiD war der politischen Situation geschuldet. Diese Entscheidung durch die kirchlichen Ämter erfuhren wir Pfarrer meistens durch Westmedien. Dies ärgerte mich. Ich schrieb einen Protestbrief an Oberlandeskirchenrat Knauf. Im Laufe der Gespräche mit OLKR Knauf bat er mich, nach Freiberg zu gehen. Dort wurde ein großes Neubaugebiet erbaut. Die kirchliche Struktur mußte sich auf die neue Situation einstellen. Eine weitere Pfarrstelle einzurichten war auf Grund des Rückganges von Gemeindegliedern in den Gemeinden der Innenstadt nicht sinnvoll. Die Kreissynode hatte die Zusammenlegung der beiden Gemeinden Petri und Nikolai gefordert. Die KVs der beiden Gemeinden wehrten sich dagegen, daß sie allein Opfer bringen sollten. Die Umstellung auf Grund der kirchlichen und politischen Situation war nötig. Das war meine Überzeugung.
Schockiert war ich, als ich das erste Mal die Petrikirche besuchte. Diese Kirche war in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhundert mit Leimfarben ausgestrichen worden. Diese blätterte nach fünfzig Jahren. Es rieselte Kalkfarbe. Jeder Gottesdienstbesucher tat gut daran, keine Sonntagskleidung zu tragen. Herrr Cholet stellte dies in einer Pantomine köstlich dar. Neben der kirchlichen Neustrukturierung auch noch eine Stadtkirche zu renovieren, das wollte ich mir nicht antun. Deshalb lehnte ich ein Kommen nach Freiberg ab. Wir fühlten uns wohl auf dem Lande in der Dorfgemeinde Dittersbach. Meine Frau und ich, wir hatten nicht mit der Hartnäckigkeit der Petriältesten Bellmann und Thriemer gerechnet. Sie besuchten uns in Dittersbach und hatten beschlossen erst wieder nach Freiberg zurück zu kehren, wenn sie unsere Zusage mit nach Hause nehmen konnten. So begann mein Dienst in Freiberg.
Drei Aufgaben lagen vor mir:
1. Die Zusammenlegung der beiden Gemeinden Petri und Nikolai.
2. Aufbau einer Neubaugemeinde auf dem Wasserberggebiet.
3. Renovierung der Petrikirche.
Mitstreiter waren die beiden Kirchenvorstände und Pfarrer Falkenberg. Mit ihm habe ich mich gut verstanden, auch wenn wir nicht immer einer Meinung waren. Wir rauften uns zusammen. Die beiden ersten Aufgaben hatten Priorität. Die Renovierung der Petrikirche rückte im Augenblick in weite Ferne. Über das Zusammenwachsen der beiden Gemeinden, der Verkauf der Nikolaikirche und der Aufbau der Wasserberggemeinde müßten in einem Extravortrag gewürdigt werden. Dazu reicht die Zeit heute auf keinen Fall.
Ich komme nun zur Renovierung der Petrikirche. In meinen kühnsten Träumen hatte ich mit einer baldigen Renovierung der Petrikirche nicht gerechnet. Aber Gott wollte es. Superintendent Kohl feierte ein Jubiläum. Der Konventsrat beschloß, alle Pfarrer liefern eine Predigt, ein Katechese oder ein Meditation, die gebunden als Präsent überreicht werden sollte. Ich schrieb eine Denkschrift über die Zukunft der Kirchgemeinden und der Kirchen in Freiberg. Bei einem weiteren Rückgang der Gemeindegliederzahlen werden die drei großen Kirchen zu einer finanziellen Belastung, die wir uns auf Dauer nicht leisten können. Der Dom als die erste Kirche am Ort muß auf Grund seiner baugeschichtlichen, kirchengeschichtlichen und künstlerischen Bedeutung unbedingt erhalten werden. Die barocke Nikolaikirche ist baulich kaum auf eine zukünftige Gemeindenutzung um zubauen. Die Petrikirche war Ende des 19. Jahrhunderts im Inneren total umgebaut worden. Unter ihre Emporen lassen sich Räume für die Gemeinde der Zukunft gewinnen. Gegen einen erneuten Umbau gab es die wenigsten Bedenken durch die städtische Denkmalbehörde. Superintendent Kohl gab meine schriftlichen Überlegungen zur Zukunft der Freiberger Kirchen an das Landeskirchenamt der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens weiter.
In dieser Zeit verhandelte die Regierung der DDR mit der EKiD über die Renovierung kulturhistorisch wertvoller Kirchen in der DDR. Die chronische Devisennot der DDR führte dazu, daß man zwar zähneknirschend aber letztlich doch den Erhalt von Kirchen in der DDR zustimmte. Ziel war nicht nur eine Renovierung von Kirchen, sondern auch der Umbau von Kirchen, um sie zukunftsoffen gestalten zu können. Da kamen meine Überlegungen zur rechten Zeit. Der Leiter des kirchlichen Bauamtes der Landeskirche, Baurat Dr. Behr, kam nach Freiberg. Es gab Verhandlungen mit dem Kirchenvorstand. Dieser stimmte einer Renovierung mit baulichen Veränderungen im Inneren der Petrikirche zu. Die Finanzierung erfolgte nach dem Devisenabkommen in Westmark. Wesentlich schwieriger gestalteten sich die Verhandlungen mit dem Rat des Kreises Freiberg. Dieser mußte aus seinen laufenden Mitteln die Baustoffe und alle weiteren Kapazitäten zur Verfügung stellen. Schon im laufenden Kreishaushalt verplanten Baumaßnahmen mußten verschoben werden. Dagegen wehrten sich mit Verständnis auf meiner Seite die Genossen. Es kam einmal in unserer Gegenwart zu verbalen Auseinandersetzungen zwischen dem Regierungsvertreter und dem Rat des Kreises. Da wurde geschimpft, von Sabotage gesprochen und mit gerichtlichen Konsequenzen gedroht.
Wir und viele Freiberger staunten über das Bautempo. Das war man nicht gewohnt. Ich erinnere mich, wie eines Freitags mittag aus Westberlin die Glaswände geliefert wurden. Sie waren der einzige Import, denn die DDR-Betriebe konnten Glasscheiben in dieser Größenordnung nicht herstellen. Während unsere Arbeiter sich schon auf das Wochenende vorbereiteten, die Werkzeuge reinigten und wegräumten, begannen die Westberliner die ersten Glasscheiben einzusetzen. Man staunte. Und plötzlich in der nächsten Woche arbeiteten unsere Arbeiter schneller. „Wir sind doch nicht schlechter als die Westberliner“, sagte mir der leitende Ingenieur.
Die Abtrennung des hohen Chores vom Kirchenschiff warf die Frage auf: Wie gestalten wir die Stahl-Glas-Wand künstlerisch? Die Antwort gab Baurat Dr. Behr: „Ich empfehle Friedrich Press aus Dresden.“ Ich besuchte Friedrich Press auf seinem Dresdner Grundstück. Auf ihm standen einige Werke. Einige fand ich schön, die meisten gewöhnungsbedürftig. Der Bildhauer war praktizierender Katholik. Angeregt von Ernst Barlach beschränkte er seine Arbeiten auf das Wesentliche. So war er schon im Nationalsozialismus angefeindet. In der DDR wurde sein Werk erst in den 80iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts gewürdigt. Press kam nach Freiberg. Er ließ sich für zwei Stunden in der Petrikirche einschließen. Er wollte den Raum auf sich wirken lassen. Danach entwickelte er seinen künstlerischen Plan: Die Stahlglaswand besteht aus lauter Kreuzen. Da wird kein Künstler ein weiteres Kreuz oder gar ein Kruzifix darauf gestalten. Er entwickelte uns seine Gedanken, die er im Modell vorstellte. Dieses Modell wurde in einer Gemeindeveranstaltung der Öffentlichkeit vorgestellt. Interessant war: Die Hälfte der Ablehner waren junge Leute. Das war für mich überraschend.
Herr Press erklärte, daß er in Erinnerung an den Silberbergbau in Freiberg die alte Technik aus Sumerer (vor 3000 Jahren) die Holzfigur mit einer silberglänzenden Folie überziehen werde. Die Doppelfigur symbolisiert den Todesschrei und den Wiederkommenden mit dem Schwert zum Endgericht. Wie Jesus ausgesehen hat, weiß in unserer Generation niemand. Es ist dann doch besser auf eine Phantasiegestalt zu verzichten und dafür das Wesentliche an der Person Jesus Christus darzustellen. Der Schrei eines Gottverlassenen versteht mancher Mensch unter uns. Das Schwert als Symbol nach Gerechtigkeit ist der Aufschrei vieler heutiger Menschen, die immer wieder Ungerechtigkeiten erleben. Die künstlerische Darstellung mahnt die Gemeinde zu immer neuer Auseinandersetzungen mit den dringenden Problemen unserer Zeit.
Einige technische Daten des Kirchengebäudes:
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Ost-West-Ausdehnung:
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61 m
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Nord-Süd-Ausdehnung:
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26 m
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Turmhöhen:
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72 m (Petriturm)
41 m (Fauler Turm)
36 m (Hahnenturm)
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Höhe Innenraum des Kirchenschiffes:
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14,5 m
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Umfang der Kirche:
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191 m
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Dachfläche:
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2430 m² (ca. 2,5 Handballfelder)
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Dachstuhl:
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ca. 500 m³ (150 Stück 100-jährige Fichten)
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Glocken:
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große Glocke von Oswald Hilliger; 3850 kg
kleine Glocke von Wolf Hilliger; 1940 kg
Stundenglocke
Häuerglocke
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Fenster:
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57 Kirchenfenster mit 242 Fensterflügel
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Charakteristik Petrikirche:
Anfahrt unproblematisch, jedoch Parken an der Kirche kaum möglich
Zugang ist für Rollstuhlfahrer geeignet (barrierefrei)
Toiletten vorhanden (behindertenfreundlich)
Küche vorhanden
zentraler Kirchenraum, Ausstellungsraum und viele Nebenräume vorhanden
Zentraler Kirchenraum bestehend aus Kirchenschiff und Emporen:
Platzkapazität ca. 150 Plätze im Kirchenschiff (flexibel durch Bestuhlung)
Gesamtkapazität bis max. 700 Plätze
Mikrofonanlage ist vorhanden
Ausstellungsraum:
Winterkirche (abgetrennter Chorraum) genutzt für Ausstellungen (aufgrund der Akustik nicht besprechbar!)
Blickbeziehung zum Kirchenraum vorhanden
Nebenräume:
Lutherhalle (Vorraum) bis ca. 45 Plätze
Nordkapelle mit separatem Eingang ca. 30 Plätze
Schmelzeraltar
(linkes Foto: Lothar Göckeritz)
Dieses Relief entstand zu Anfang des 16. Jahrhunderts. Es stammt aus der Nikolaikirche (siehe linkes Foto), wo es die Predella des dortigen „Schmelzeraltars“ bildete, also eine Gruppe Freiberger Hüttenarbeiter. Das Relief wurde in der Werkstatt des von 1498 bis 1539 in Freiberg nachweisbaren Bildschnitzers und Malers Philipp Koch geschaffen, von ihm stammen auch die Apostelfiguren im Freiberger Dom.
Die Darstellung zeigt das letzte Abendmahl. Christus, im Kreise seiner Jünger, segnet Brot und Wein, während Johannes sich in den Armen Jesu schlafend über den Tisch beugt. Der Jünger vorn links ist durch den Geldbeutel als Judas gekennzeichnet.
Die Abendmahlsdarstellung bot dem Künstler die Möglichkeit, genrehafte Züge in ein religiöses Werk einzubringen. So sieht man auf dem mit einem weißen Tuch gedeckten Tisch Teller, Becher und Brote. Im Vordergrund steht ein großer Brotkorb, dessen Flechtmuster liebevoll ausgearbeitet ist, daneben eine Weinkanne.
Von der hohen Qualität des Werkes zeugt die plastische Ausarbeitung des Schnitzwerks wie die sehr unterschiedlich charakterisierten Köpfe der Apostel.
Johann Christian Feige d. Ä.

Der Taufstein, die Kanzel, der Prospekt der Silbermannorgel und das Lesepult (Ambo) wurden nach dem großen Stadtbrand von 1728 von Johann Christian Feige d. Ä. (1689 1751) geschaffen. Von ihm stammt auch die bildhauerische Ausstattung der Dresdner Frauenkirche.
George Bähr war als Gutachter für den Wiederaufbau der Petrikirche sowie für die Errichtung der neuen Kanzel tätig. Die enge Zusammenarbeit mit Bähr während des Baues der Frauenkirche verhalf Johann Christian Feige d. Ä. zu dem bedeutsamen Auftrag in Freiberg.
Die Stücke zeigen wenig bildhauerische Erfindung, jedoch überreichen dekorativen, stuckierten Schmuck. Der Schalldeckel der Petrikirchen-Kanzel gleicht dem der nicht wiederhergestellten Kanzel der Dresdner Frauenkirche. Feige verzichtete fast vollständig auf figürliche Darstellungen, jedoch setzten Vergoldung und farbige Marmorierung glanzvolle Akzente.
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